Mit dem bundesweiten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung wächst die kommunale Verantwortung. Für uns ist klar: Es geht nicht nur um Plätze, sondern um Qualität, Stabilität und Chancengerechtigkeit.
Das Braunschweiger Modell der Nachmittagsbetreuung ist ein Erfolgsmodell. Wir wollen den Rechtsanspruch auf die ganztägige Betreuung so umsetzen, dass wir schnellstmöglich alle Grundschulen in kooperative Ganztagsschulen nach dem Braunschweiger Modell umwandeln. Solange Bundes- und Landesmittel diesen Qualitätsstandard noch nicht vollständig absichern, muss die Stadt Braunschweig die notwendige Gegenfinanzierung sicherstellen.
Wir gestalten den Ganztag so, dass für alle Kinder die bestmöglichen Entwicklungs- und Teilhabechancen entstehen. Dazu stärken wir die Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfeträgern und Grundschulen mit Sportvereinen sowie anderen Vereinen und Initiativen, damit die Qualität der Schulbetreuung vielseitige gesellschaftliche Teilhabe fördert. Zudem fördern wir die Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen, um Übergänge individuell und unterstützend zu gestalten.
Unsere Schulen sollten gesunde, aktive und inspirierende Orte des Lernens sein, die über hochwertige Verpflegung und gesichertes Schulschwimmen durch wohnortnahe Wasserflächen verfügen. Wir brauchen einen bewegten Alltag für ein gesundes Aufwachsen aller Kinder.
Auf Grundlage der Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) wollen wir den Anteil biologischer und klimafreundlicher Speisen steigern. Ziel ist es, allen jungen Menschen aller Schulformen ein kostenfreies, einkommensunabhängiges Mittagessen anzubieten, damit gesundes Essen keine Frage des Geldbeutels ist.
Wir fördern die Installation von Trinkwasserstationen. Gerade in Zeiten zunehmender Hitzeperioden sichern wir den kostenfreien Zugang zu Trinkwasser.
Durch die Priorisierung des Schulsports in Bädern und Sporthallen im unmittelbaren Umfeld der Schulen, die feste Einbindung des Bades Gliesmarode und optimierte Transportlösungen garantieren wir jedem Kind das sichere Erlernen der Schwimmfähigkeit ohne lange Wege.
Wir wollen unsere Schulhöfe als multifunktionale Sportflächen gestalten und Vereine fest in den Ganztag integrieren, um die körperliche Entwicklung sowie den sozialen Zusammenhalt durch vielfältige, verlässliche Angebote nachhaltig zu stärken.
Unsere Schulen sollen sichere Ankerpunkte sein, deren Zuwege konsequent auf die Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet sind durch Verkehrsberuhigung und die klare Priorisierung schwächerer Verkehrsteilnehmer*innen.
Wir weiten das Modell der Schulstraßen an Grundschulen durch temporäre Durchfahrtsverbote aus, um die Sicherheit und Selbstständigkeit der Kinder direkt vor dem Schulgebäude zu erhöhen.
Wir setzen uns für eine Bedarfsanalyse der Fahrradstellplätze an allen Braunschweiger Schulen ein und fordern, die Anzahl der Fahrradabstellplätze an Braunschweigs Schulen in diesem Zuge bedarfsgerecht anzupassen - dabei setzen wir vermehrt auf überdachte Stellplätze. Zudem setzen wir uns dafür ein, unsere Schulen besser mit dem städtischen Radverkehrsnetz zu verknüpfen, um klimafreundliche Mobilität von klein auf sicher und attraktiv zu machen.
Durch die systematische Evaluation von Schulwegen identifizieren wir Barrieren an Kreuzungen und Gehwegen, damit gezielt Gefahrenstellen beseitigt werden und Kinder ihre täglichen Wege im Stadtteil ohne Stress und Gefahren selbständig bewältigen können.
Wir fordern eine engere Verzahnung der Fahrpläne mit den Unterrichtszeiten im Ganztag. Durch häufigere Taktungen und optimierte Linienführungen sollen Schüler*innen verlässlich und stressfrei zur Schule kommen. Damit niemand mehr zu spät in der Schule ankommt, weil im Bus kein Einstieg mehr möglich ist.
Als Schulträgerin trägt die Stadt Braunschweig Verantwortung für Gebäude, Ausstattung, technische Infrastruktur und organisatorische Rahmenbedingungen. Wir investieren in moderne, nachhaltige und funktionale Schulstandorte, damit ein moderner Schulalltag realisiert werden kann.
Wir modernisieren bestehende Raumkonzepte und schaffen flexible bedarfsorientierte Lern- und Aufenthaltsbereiche. Darüber hinaus sollen geeignete Räumlichkeiten in Schulen auch von Vereinen, Musikschulen und im Quartier, z.B. als Tagungs- und Übungsräume, unkompliziert und kostengünstig genutzt werden.
Wir treiben energetische Sanierungen sowie den Hitzeschutz voran, um gesunde, klimaresiliente Lernumgebungen zu schaffen, die den Anforderungen der kommenden Jahre gerecht werden. Wir streben die Entsiegelung und Begrünung von Schulhöfen an, um den Hitzeschutz auch außerhalb des Schulgebäudes sicherzustellen.
Wir professionalisieren die Schul-IT durch eine zentrale kommunale Struktur für Wartung und Support, um die Lehrkräfte konsequent von IT-Problemen zu entlasten. Ziel ist ein störungsfreier digitaler Alltag mit moderner Hardware – von Smartboards bis hin zu mobilen Endgeräten, damit die pädagogische Arbeit wieder im Mittelpunkt steht. Dabei setzen wir auf nachhaltige und datensichere Lösungen.
Wir richten die Schulentwicklungsplanung konsequent an den tatsächlichen Bedarfen aus, um ein wohnortnahes und vielfältiges Bildungsangebot aller Schulformen in allen Stadtteilen sicherzustellen. Dazu gehört auch, ausreichend IGS-Plätze zu schaffen und auf die hohe Nachfrage nach integrierten Schulformen angemessen zu reagieren.
Durch regelmäßige Inflationsanpassungen der Schulbudgets und die konsequente Umsetzung der Lernmittelfreiheit garantieren wir, dass eine moderne Ausstattung und hochwertige Bildungsmaterialien völlig unabhängig vom Einkommen der Eltern zur Verfügung stehen.
Kinder starten mit unterschiedlichen Voraussetzungen ins Schulleben. Wir tragen Verantwortung dafür, soziale Benachteiligungen durch gezielte Unterstützungssysteme vor Ort abzufedern und allen Kindern faire Entwicklungsbedingungen zu ermöglichen.
Wir bauen die Schulsozialarbeit bedarfsgerecht aus, vorrangig an Grundschulen mit besonderem Unterstützungsbedarf. Ergänzend schaffen wir kommunale Stellen für Schulpsycholog*innen, um Kinder und Jugendliche bei psychischen Belastungen frühzeitig zu unterstützen und Schulen gezielt zu entlasten. Durch verlässliche Schulbegleitung sowie verbesserte räumliche und organisatorische Bedingungen sichern wir echte Inklusion und faire Startchancen für jedes Kind.
Wir stärken die Demokratiebildung durch lokale außerschulische Lernorte und sichern bestehende Angebote wie das Jugendbüro, queere Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit an Schule sowie die Wiedereinführung des Nachhaltigkeitspreises. So fördern wir gesellschaftliches Engagement und ein respektvolles Miteinander direkt im Schulalltag. Zudem verstetigen wir kommunal unterstützte Demokratiebildungsprojekte an Braunschweiger Schulen und sichern diese dauerhaft durch die Förderung freier Träger ab.
Für einen lückenlosen Übergang in den Beruf vereinfachen wir die Kooperation zwischen Schulen, Betrieben und Beratungsstellen. Eine automatische Erfassung und Weitervermittlung Jugendlicher schließt Informationslücken und verhindert einen Leerlauf nach dem Schulabschluss.
Hier kannst du ganze Kapitel als PDF runterladen: Kapitel 6 - Starke Schulen für Braunschweig
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